lles fing 2004 mit dem Treffen der 13 Weisen Alten aus indigenen
Kulturen an. Carol Schäfer berichtet darüber in dem Buch "Die Botschaft
der Weisen Alten" (Ullstein Verlag 2007). 13 Großmütter aus Nord-,
Mittel- und Südamerika, aus Afrika und Asien formulierten auf einer
Konferenz ihre Empörung und ihren Unmut (ihre Besorgnis) über die
rasante Ausbreitung von lebensverachtendem und Leben zerstörendem
Verhalten großer Teile der Menschheit. Die Vision, ein neues, globales
Frauenbündis zu gründen, hatte sie zusammen geführt. Mit einer Stimme
setzen sie ihre Frauenkraft für eine Zukunft ein, in der die Liebe zum
Leben, zur Erde und zu all ihren Geschöpfen an erster Stelle steht.
arum fehlten die Weisen Frauen Europas?
atürlich haben alle Stammeskulturen in Amerika, Afrika und Asien unter
den Machtansprüchen, der Profitgier und der Expansion aus Europa
extremes Leid erfahren. Der patriarchale Wahn: "Machet euch die Erde
untertan" hinterließ aber gerade auch in Europa katastrophale Spuren.
Auch hier wurden die Menschen, vor allem Frauen, die spirituell
eingebunden waren in die Natur und ihre Gesetze und danach lebten, zu
Abertausenden verfolgt, gequält, verbrannt, vernichtet. Und doch gibt
es auch in Europa, wie überall, Menschen, die Anschluss an das alte
Wissen haben, es bewahren und weitergeben.
ir Frauen vom Rat der Großmütter sind seit langen Jahren auf dem Weg,
das alte Wissen unserer Ahninnen und unsere Spiritualität zu erinnern,
in uns wieder zu beleben und nach außen zu tragen. Auf dieser Basis
fanden wir zusammen und sehen uns als "indigene" Großmütter Europas.
ir knüpfen an die Tradition an, dass - entgegen der patriarchalen
Vorstellung von Omas in unserer Gesellschaft - Großmütter in
ursprünglichen Gesellschaften geachtete Autoritäten sind, auf die
gehört wird. Sie tragen das "über Generationen gewachsene Wissen in
sich, wie Nachhaltigkeit gelebt und Beziehungen gestärkt werden können"
und haben durch ihre Lebenserfahrung dieses Wissen zu Weisheit werden
lassen. Sie wissen auch um die Verantwortung für das Leben der
folgenden sieben Generationen.
as sind unsere Großmutter-Qualitäten?
ei der intensiven Suche nach unserem Selbstverständnis als Großmutter,
unserer Vorstellung vom Wesen einer Weisen Alten, fanden wir in dem
Buch von Jamie Sams "The 13 Original Clan Mothers" (HaperCollins 1994)
genau die Beschreibung der Qualitäten, die wir Weisen Alten in uns
tragen und die uns als Großmutter ausmachen. So spiegelt sich in
unserem Machtwort die Weisheit dieser 13 Clanmütter, die auch von der
Kraft der Tierkreiszeichen + Mittelpunktgetragen wird.
uf dem Weg von unserem 1. Treffen 2009 im Frauenhof im Allgäu bis zur
Ausrufung des Machtwortes beim Hambacher Kongress 2010 erhielten wir
immer wieder deutliche Zeichen, die uns darin bestärkten, weiter zu
gehen: Die astrologischen Konstellationen forderten uns bei jedem Treffen
erneut heraus, mit unserem Anliegen kraftvoll an die Öffentlichkeit zu
gehen. Auch die Rituale, mit denen wir unseren Prozess begleiteten,
unterstützten uns jedes Mal sehr stark und klar auf unserem Weg.
m meisten beeindruckte und bestätigte uns auf unserem Weg der Fund der
fast 40.000 Jahre alten Urmutter zwischen unserem ersten und zweiten Treffen.
Sie kommt aus einer Höhle der Schwäbischen Alb, die in
unmittelbarer Nähe des Frauenheilehauses liegt, in dem wir uns häufig
getroffen haben. Schon seit vielen Jahren besuchen von dort aus
Frauengruppen die Höhle "Hohler Fels von Schelklingen", verbinden sich
mit Mutter Erde und singen spirituelle Lieder. So erscheint es uns fast
so, als hätten wir die Urmutter heraus gesungen aus ihrer langen Ruhe
und ihr Erscheinen ist wie ein besonderes Geschenk an uns, das wir
freudig und dankbar annehmen.
ie Kraft und der Segen der Urmutter
begleitet uns im Rat der Großmütter und deshalb ist sie auch in unserem
Logo. Von ihr nehmen wir den Auftrag an, ur-groß-mütterliche
Frauenkraft in die Welt zu bringen für eine lebenswerte Zukunft der
Menschheit und der Erde.Anne Gentner
Ursa Illgen